Von der Feuerspritze zum Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Estenfeld [1823 – Heute]

Feuer ist ein wichtiges Gut, auf das auch die heutige Gesellschaft nicht verzichten kann. Bedrohlich und zur Gefahr für Sachwerte, aber auch das Leben des einzelnen kann es dann werden, wenn es sich der Kontrolle durch den Menschen entzieht. Deswegen wurde von Menschen schon von alters her Vorsorge gegen die vernichtenden Folgen eines Brandes getroffen. Heutzutage steht nicht mehr die Bedrohung durch Feuer, sondern die Gefährdung in einer durch die fortschreitende Technisierung geprägten Welt im Vordergrund. Aber unabhängig davon, von welcher Seite her Gefahr droht, ist Hilfe durch die Feuerwehr sichergestellt. Wer ist "die Feuerwehr"? Der größte Teil des Personals wird auch heutzutage noch von Freiwilligen gestellt, die sich für den Feuerwehrdienst zur Verfügung stellen. Diese stehen rund um die Uhr, d.h. in ihrer Freizeit, aber auch, soweit möglich, während ihrer Arbeitszeit für den Dienst am Bürger zur Verfügung.

Das dies auch schon zu früheren Zeiten so war, zeigt ein kurzer Blick zurück in der Geschichte der Feuerwehr. Bevor es vor nunmehr 150 Jahren zur Gründung einer Feuerwehr auf freiwilliger Basis kam, wurde der Brandschutz durch die Gemeinde selbst organisiert. Dies erfolgte zum einen durch Verordnungen, die der Entstehung von Bränden durch den leichtfertigen Umgang mit Feuer entgegenwirken sollten, zum anderen durch die Verpflichtung der Bürger zur Hilfeleistung bei der Brandbekämpfung.

Die Jahre von 1823 - 1999:

1823: Eine erste Eintragung den gemeindlichen Brandschutz Estenfelds betreffend findet sich im gemeindlichen Protokollbuch. Hier wird für den 28. September 1823 der Beschluss vermerkt, eine Feuerspritze anzuschaffen. Für deren Unterbringung sollte ein Tor in die Wand der Stallung der Gemeindeschäferei gebrochen werden. Des Weiteren wurden die Ortsnachbarschaften, d.h. Männer mit eigenem Familienstand, für bestimmte Arbeiten im Brandfalle eingeteilt und zur Ausführung dieser Tätigkeiten verpflichtet. So wurde ein Teil zum Bekämpfen des Feuers selber wie z,B. zum führen der Strahlrohre, zum Bedienen der Feuerspritze oder zum Wasserziehen und weiterreichen der Feuerkübel und Löscheimer bestimmt. Andere wiederum wurden mit dem Fortschaffen des unversehrten Hab und Gutes von der Brandstelle und der Bewachung desselben beauftragt oder als Feuerläufer in die umliegenden Orte gesandt, um zusätzliche Löschhilfe herbeizuholen.

1869: In den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts entstanden im Landkreis Würzburg der ersten freiwilligen Feuerwehren. So wurde in dieser Zeit mit dem Eintrag bei der Königlich Bayerischen Bezirksregierung Würzburg, datiert auf den 6. November 1869, auch die Freiwillige Feuerwehr Estenfeld vor nunmehr 150 Jahren offiziell gegründet.

1890: An Gerätschaften stand der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr laut der Eintragung beim Bezirksamt in Würzburg eine "große vierrädrige Feuerspritze mit 120 Fuß Schläuchen, drei Feuerleitern, zwei Feuerhaken" sowie Ausrüstungsgegenstände für drei Mannschaft zur Verfügung. Für seine persönliche Schutzausrüstung in Form eines Dienstrockes hatte ein jedes Mitglied der Feuerwehr selber Sorge zu tragen, von der Gemeinde wurden lediglich die Helme gekauft.

1900: Die Ausrüstung wurde durch eine neue Saug- und Druckspritze der Firma Hermann (Schweinfurt) ergänzt, die sich noch heute im voll funktionsfähigen Zustand im Besitz der Gemeinde Estenfeld befindet. Zusätzlich wurde 1906 eine ausziehbare Feuerwehrleiter mit 12 Meter Länge beschafft.

Während aus der Gründungszeit der Feuerwehr kaum schriftliche Informationen vorliegen, sind die Geschehnisse ab 1893 fast durchgehend durch Protokollbücher belegt. Keine Eintragungen liegen für die Zeit des 1. Weltkrieges sowie für den Zeitraum von 1942 bis 1953 vor. Die Einsatzzahlen aus dieser Zeit sind glücklicherweise gering, nur selten wurde die Wehr zu Brandeinsetzen gerufen. So musste beispielsweise 1901 der Brand in der "Dampfziegelei" (Gelände ehemals Fa. Korbacher bzw. mittlerweile Wohngebiet „An den Linden“) bekämpft werden. Der nächste Einsatz datiert erst auf den 13.9.1903, hier brannte eine Scheune. Für den Ernstfall wurde allerdings in Form regelmäßiger Frühjahrs- und Herbstübungen Sorge getragen.
 
1918: Nach dem 1. Weltkrieg wer der Personalstand der Freiwilligen Feuerwehr so stark gesunken, dass Bürger für den Feuerwehrdienst verpflichtet werden mussten und zusammen mit den Mitgliedern der Freiwilligen Wehr ausrückten. Dies Pflichtfeuerwehr existierte bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

1933: Nach Hitlers Machtergreifung wurde die Feuerwehr der Polizei unterstellt und verlor so ihre Selbständigkeit. Im Jahre 1935 wurde die Estenfelder Wehr mit einer Motorspritze (Fabrikat Magirus "Goliath III") ausgerüstet, die zusammen mit anderem löschtechnischem Gerät auf einem Einachsanhänger gelagert wurde. Am 27. Juli 1940 fand eine Großübung statt, bei der ein Großschadensereignis, ausgelöst durch den Abwurf von Brandbomben aus feindlichen Flugzeugen, angenommen wurde. Die Brandbekämpfung musste an acht Einsatzstellen gleichzeitig aufgenommen werden, vier Jahre später folgte dann der Ernstfall. Am 25. April 1944 kam es nach Bombenabwurf alliierter Flugzeuge zu einer Brandkatastrophe, bei der 45 Scheunen und einige Wohnhäuser des Ortes in Flammen aufgingen. Dabei wurden zur Brandbekämpfung neben der Ortsfeuerwehr die Feuerwehren aus den umliegenden Ortschaften sowie die Feuerwehrbereitschaft der Wehrmacht des im Kürnacher Wald gelegenen Munitionslagers eingesetzt. Im Verlaufe des Krieges dünnte die Personaldecke der Feuerwehr so stark aus, dass es 1941 zur Gründung einer Frauengruppe kam, die bis zum Ende des Krieges Bestand hatte, dann aber aufgelöst wurde. Einige Mitglieder der Gruppe kamen zusammen mit dem Tragkraftspritzenanhänger, der von einem Tempo-Dreirad gezogen wurde, auch nach Luftangriffen im 40 Kilometer entfernten Schweinfurt bei Löscharbeiten zum Einsatz.

1945: Nach dem Krieg war es um die Feuerwehr hinsichtlich des Personals als auch der Ausrüstung schlecht bestellt. Viele Kameraden waren gefallen oder in Gefangenschaft geraten. Doch dank der Tatkraft einiger Kameraden kam es bald zur Auflösung der Pflichtfeuerwehr und zur Wiedergründung einer Freiwilligen Feuerwehr, die 1950 ihr erstes Fest nach dem Krieg feiern konnte. Willige für den Feuerwehrdienst fanden sich schon bald, auf neue Ausrüstungsgegenstände allerdings musste man noch sieben weitere Jahre warten, bis 1957 die alte Motorspritze ausgemustert und ein neuer Tragkraftspritzenanhänger mit TS 8/8 (VW-Motor) in Dienst gestellt werden konnte. Dieser bewährte sich auch sogleich bei einem Brand in der Schreinerei Glück.

1960: wurde im Zuge der Feierlichkeiten zum 90-järigen Bestehen der FFW die neue Vereinsfahne geweiht, die aus Spenden von Estenfelder Geschäftsleuten und Feuerwehrkameraden finanziert wurde.

1964: wurde zum ersten Mal innerhalb der Gemeinde Estenfeld eine Feuerschutzabgabe in Höhe von sechs Mark von allen Männern zwischen 18 und 40 Jahren erhoben, die keinen Feuerwehrdienst leisteten.

Vier Jahre später erhielt die Feuerwehr Estenfeld ihre erste "motorisierte" Einheit, ein Tanklöschfahrzeug (TLF) 8 auf einem Unimog vom Zivilen Bevölkerungsschutz Würzburg. Dieses Fahrzeug führte neben der löschtechnischen Beladung 800 Lieter Wasser mit sich und konnte eine Besatzung von drei Mann aufnehmen.

1971: Ein Jahr nach dem Feiern des 100-jahrigen Bestehens der Wehr fand im August ein groß angelegter Werbe- und Informationstag der Feuerwehr Estenfeld mit Schauübung statt, bei der die Brandbekämpfung an zwei PKWs demonstriert wurde und bei der neben dem wehreigenen TLF 8 auch das TLF 16 des Landkreises aus Waldbüttelbrunn und der Ölschadenanhänger der FFW Gerbrunn sowie Gerät der Rettungsdienste zu sehen war. Die Werbung neuer Mitglieder war vonnöten, da man schon damals mit dem heute nach wie vor aktuellen Problem der Personalknappheit, insbesondere bei Einsätzen unterm Tage, kämpfte.

1972: Dem Unimog folgte ein ehemaliger Küchenwagen (Ford) der Bereitschaftspolizei, der in Eigenarbeit mit der notwendigen feuerwehrtechnischen Ausrüstung sowie einer Tragkraftspritze (TS 8/8) und 1974 mit vier Atemschutzgeräten versehen wurde. Diese Geräte ermöglichen ein Arbeiten in stark verqualmten Räumen.

1974: Bisher mussten Fahrzeuge und Ausrüstung im alten Gerätehaus neben dem Rathaus bzw. in einer Halle dahinter in zunehmend beengten Verhältnissen untergebracht werden. Groß war daher die Freude, als in jenem Jahr, in dem man auch das 105-jährige Bestehen der Estenfelder Wehr feierte, das neue Gerätehaus in der St.-Mauritius-Straße bezogen werden konnte. Damit verfügte man über eine vierständige Fahrzeughalle, eine Schlauchpflegestelle mit Trockenturm und einem Schulungsraum.

1977: Die Fahrzeughalle füllte sich dann rasch, als im Oktober von der Berufsfeuerwehr Offenbach eine Drehleiter (DL) 30 aus Vereinsgeldern und mit Unterstützung der Gemeinde ersteigert werden konnte. Im Dezember des gleichen Jahres folgte dann die In-Dienststellung des ersten fabrikneuen Fahrzeugs der FFW: Eines Tanklöschfahrzeuges (TLF) 16. Dieses Fahrzeug war das erste seiner Art im Landkreisabschnitt Nord-Ost. Es verfügt neben der löschtechnischen Beladung, Atemschutz und einem 2400 Liter fassendem Wassertank über Geräte zur technischen Hilfeleistung wie Notstromaggregat, hydraulisches Rettungsgerät wie Rettungsschere und Spreizer mit dazugehörendem Motorpumpenaggregat zur Befreiung von in Fahrzeugen eingeklemmten Personen, Beleuchtungsgerät und vielem mehr. Die Bereitstellung dieser Gerätschaften war auch wegen des zunehmenden Verkehrs auf der Autobahn A7 notwendig, da die Estenfelder Wehr bereits im Jahre 1973 laut Alarmplan für den Abschnitt von der Autobahnauffahrt Gramschatz bis zum Biebelrieder-Kreuz zuständig war.

Die Beladung des TLFs deutet schon den Trend an, der zur damaligen Zeit auch im Landkreis Würzburg einsetzte: Wachsenden Einsatzzahlen zum einen und eine Verschiebung des Einsatzschwerpunktes vom Brandschutz hin zur technischen Hilfeleistung. Letztgenanntes macht heute im Schnitt gut dreiviertel der Einsätze der Feuerwehr Estenfeld aus.

1979 wurden die ersten Funkmeldeempfänger (FME) beschafft, so dass nachts bei kleineren Einsätzen nicht mehr die Sirene ausgelöst werden muss.

1982 wurde der ehemalige Küchenwagen außer Dienst gestellt und durch ein Löschgruppenfahrzeug (LF) 8, das eine komplette Löschgruppe aus neun Mann aufnehmen kann, ersetzt. Die Ausrüstung des Fahrzeuges erfolgte nach Beladeplan II, d.h. es führt neben dem Gerät zur Brandbekämpfung auch Material zur technischen Hilfeleistung mit sich.

1985: Am 1. November kam es auf der Autobahn A7 in dichtem Nebel zu einer Massenkarambolage, bei der 37 Fahrzeuge ausbrannten und die einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst erforderte.

Im gleichen Jahr begann auch mit einem Besuch der FFW Estenfeld bei der Feuerwehr Hetzwege/Niedersachsen eine bis heute andauernde Freundschaft. Während dieses ersten Besuchs, dem mittlerweile noch einige weitere folgten, konnten einige Kameraden damals vor Ort an einer Leistungsprüfung teilnehmen und sogar den zweiten Platz belegen! Der dabei errungene Pokal ziert nun den Schulungsraum. Die Feuerwehr Hetzwege übernahm auch 1989 die Patenschaft für die 120-Jahr-Feier der FFW Estenfeld.

1986: Den zunehmenden Einsätzen vor allem auf der Autobahn wurde durch die Stationierung eines landkreiseigenen Lichtmast-Fahrzeuges in Estenfeld Rechnung getragen, das mit eigener Funkweckerschleife ausgestattet ist und somit auch als selbstständige Einheit von anderen Wehren zur Unterstützung angefordert werden kann. Des Weiteren wurde ein gebrauchtes LF16 von der BF Offenbach erstanden und den Anforderungen entsprechend mit einem Industriestaubsauger, Greifzug und einem hydraulischem Hebesatz sowie einer Membranpumpe zum Umfüllen von Benzin und Diesel bestückt. Somit wurde ein Fuhrpark mit 5 Fahrzeugen erreicht.

1987: Am 26. Januar, bei einer Temperatur von -7°C, erfordert der Brand der Scheune der Kartause Engelgarten neben dem Einsatz der Estenfelder Wehr mit 40 Mann und sechs Fahrzeugen die Unterstützung durch die Freiwilligen Wehren aus Kürnach, Rimpar, Maidbronn, Bergtheim, Unter- und Oberpleichfeld sowie durch Kräfte der Berufsfeuerwehr Würzburg und der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Nach zwei Stunden war der Brand unter Kontrolle, viereinhalb Stunden nach der Alarmierung konnten die ersten auswärtigen Wehren wieder abrücken. Für die Feuerwehr Estenfeld endete der Einsatz am späten Nachmittag des darauffolgenden Tages. Jedoch hatte man noch einige Stunden Arbeit vor sich, um das eingesetzte Material zu säubern und die Fahrzeuge wieder zu bestücken. Ebenfalls in diesem Jahr fällt aber auch der eintägige Ausflug in die Rhön mit Besichtigung der Feuerwache Fulda und Besuch des Kreuzberges.

1988: Sein feuerwehrtechnisches Wissen konnte der einzelne beim Besuch der Brandschutzmesse "Roter Hahn" in Hannover erweitern!

1990: Ein Mercedes-Kleinbus wurde erworben, der als Mehrzweckfahrzeug dient und den bis dahin im Dienst befindlichen VW-Bus ablöste. In jenem Jahr begann auch in Eigenarbeit der Ausbau des ehemaligen Heizöllagerraumes der Grundschule Estenfeld, der der Feuerwehr mit 5 Fahrzeugen und wachsender Mitgliederzahl wegen zunehmend beengter Verhältnisse im Gerätehaus zur Verfügung gestellt wurde. War hier ursprünglich ein Lagerraum vorgesehen, so wurde diese Nutzung mittlerweile in den hinteren Bereich des Raumes abgedrängt, während im vorderen Bereich ein gemütliche Stube fürs Vereinsleben eingerichtet wurde.

1992: Ein Unwetter forderten am 24.5, 23.6 und 21.7 die FFW Estenfeld bis an den Rand der Leistungsfähigkeit. So musste die Estenfelder Wehr am 23.6 allein im eigenen Ort 32 Keller leerpumpen, um dann - nach Beheben der größten Schäden innerhalb der eigenen Gemeinde - noch zur Unterstützung der Feuerwehr Püssensheim zum Pumpeinsatz abrücken. Am 29.10 desselben Jahres ereignete sich an der Kreuzung der Staatsstraße bei Kürnach ein schwerer Verkehrsunfall, bei dem ein PKW von einem Lastwagen der Bundeswehr gegen die Böschung gedrückt wurde. Die drei Insassen des PKW konnten nur noch tot geborgen werden.

Im folgendem Jahr wurde erstmals seit langer Zeit wieder einmal ein zweitägiger Ausflug unternommen. Die Fahrt ging in die Fränkische Schweiz, wo die zwei Tage, angefüllt mit einem vielseitigem Programm, nur allzu schnell vergingen.

1994: Die Wehr feiert ihr 125-jähriges Jubiläum. Auch fand in diesem Jahr eine Übung zusammen mit dem Malteser-Hilfsdienst (MHD) Estenfeld statt. In Zusammenarbeit musste ein simulierter Verkehrsunfall mit verletzten und eingeklemmten Personen bewältigt werden. Seinerzeit rückte der MHD Estenfeld bei jeder Alarmierung der Feuerwehr mit dem eigenen Rettungswagen zur Einsatzstelle aus. Hier stellen die Kollegen vom MHD in erster Linie die Erstversorgung der Feuerwehrleute bei Verletzungen, die diese sich während des Einsatzes zugezogen haben, sicher.

In den Folgejahren wurde die Alarmierungsindikation der Estenfelder Malteser dann erweitert. Seither übernehmen sie in Estenfeld, unabhängig von Feuerwehreinsätzen, die Helfer-vor-Ort-Funktion (HvO) als sog. "First Responder" bei rein medizinischen Notfällen. Bei diesem System stehen besonders geschulte Ersthelfer an der Einsatzstelle für die Erstversorgung von Verletzten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zur Verfügung. Dieses System hat sich beim überbrücken des sog. therapiefreien Intervalls bewährt und ist inzwischen Standard bei den Feuerwehren des Landkreises. Ob gleich diese Aufgabe derzeit noch von den Estenfelder Maltesern ausgeführt wird, sind in den Reihen der Estenfelder Feuerwehr heute schon über 15 Kameraden als First-Responder ausgebildet.

1995: Die Feuerwehr Estenfeld tritt dem neu gegründeten Kreisfeuerwehrverband bei, der die Interessen der Feuerwehren nach außen vertritt.

Im darauffolgenden Jahr fand in Estenfeld erstmals eine Übung der Jugendfeuerwehr statt, and der sich neben der Ortswehr auch die Jugendlichen der Wehren aus Rimpar, Güntersleben und Veitshöchheim beteiligten. Angenommen wurde ein Brand der Maschinenhallen am Tabor, zu dessen Bekämpfung eine Schlauchleitung von mehr als 1000 Metern von der Wasserentnahmestelle im Bereich der Lehmgrube Korbacher bis zum Brandherd aufgebaut werden musste. Um die Zusammenarbeit zu fördern, wurden Arbeitstrupps aus Mitgliedern verschiedener Wehren gebildet.

Auch führte die Estenfelder Wehr 1996 erstmals ein Hallenfußballturnier durch.

1997: konnte im Zuge des alljährlich stattfindenden "Tages der offenen Tür" am 1. Mai ein neues Löschgruppenfahrzeug (LF 16/12) übernommen werden, welches das in die Jahre gekommene alte LF 16 ablöst. Neben der löschtechnischen Beladung und einem 1200 Liter fassendem Wassertank ist das Fahrzeug mit hydraulisch betriebenen Rettungsgerät, Hebekissen, Lichtmast und weiteren Werkzeugen für die Technische Hilfeleistung ausgestattet. Des Weiteren fuhrt das Fahrzeug einen Sprungretter zur Rettung von Personen aus Höhen mit sich. Im Mannschaftsraum befinden sich zwei Atemschutzgerät, so dass sich ein Trupp im Bedarfsfall bereits während der Fahrt zum Brandobjekt mit den Pressluftatmern ausrüsten kann und somit an der Einsatzstelle sofort verfügbar ist.

Ebenfalls in diesem Jahr wurde aus Vereinsmitteln eine komplette Kücheneinrichtung für das Gerätehaus beschafft. Integriert wurde dabei ein Arbeitsplatz für den Atemschutz mit Ultraschallreinigungsgerät, Trockenschrank und Prüfkopf für die Atemschutzmasken. Auch der Ausbau der stillen Alarmierung über Funkmeldeempfänger kam einen großen Schritt voran: so konnten u.a. aus Spenden finanzierte neue Funkwecker erstanden und neben der bereits existierenden Alarmierungsschleife einen weitere Schleife in Betrieb genommen werden. Mittels dieser kann eine kleine Gruppe von Feuerwehrdienstleistenden zur Bewältigung kleinerer Einsätze wie der Beseitigung von Ölspuren oder dem Öffnen von Türen gezielt alarmiert werden. An größeren Einsätzen fielen 1997ein Verkehrsunfall am Karfreitag an, bei dem ein PKW durch eine Windböe von der Fahrbahn gedrückt wurde und sich mehrfach überschlug. Die drei Insassen konnten nur noch tot geborgen werden. Des Weiteren waren neben anderen Einsätzen eine Massenkarambolage sowie ein Dachstuhlbrand am Winterleitenweg zu bewältigen.

1998: Im Herbst war die Estenfelder Wehr tagelang im Einsatz um ca. 400 Liter Diesel, Dass aus dem abgerissenen Tank eines LKW ausgelaufen waren, zu beseitigen. Der Kraftstoff war über einen Regenabfluss in einen Graben gelangt und hatte sich hier auf einer Strecke von ca. 500 Metern verteilt. Er musste über mehrere Tage hinweg mit Ölbinder und Ölschlängel aufgenommen werden.

1999: So abwechslungsreich sich das Vereinsleben mit Ausflügen und abendlichen Veranstaltungen gerade in den letzten Jahren entwickelt, verliert die FFW Estenfeld auch im Jahre ihres 130-Jährigen Bestehens nie ihre eigentliche Aufgabe, nämlich die Rettung von Menschenleben, Hilfe in Notsituationen und die Bewahrung von Sachwerten aus den Augen.

Die Jahre von 2000 - heute:

2000: Erstmals treffen sich passive (Senioren) und aktive Kameraden zu einem Stammtisch im Florians-Stüble des Feuerwehrhauses, welcher oft dem Meinungs- und Informationsaustausch dient: „Wie war denn das früher“. Diese Einrichtung hat bis heute bestand.

2001: Einige Kameraden machten einen Ausflug zu unserer Patenwehr nach Hetzwege, anlässlich ihres 100-jährigen Stiftungsfest mit Rahmenprogramm.

2002: Es erfolgte die Anschaffung von Überdruck-Atemschutzgeräten und einem Tempest-Lüfter. Dieser wurde auf dem LF 16 verbaut und diente fortan der Belüftung von verrauchten Objekten. 

2003: Zu einem Katastrophen-Einsatz nach Dessau (Sachsen-Anhalt) machten sich 9 Kameraden mit dem TLF16 und GWL auf und waren vom 16.8.-20.8.2003 beim Schutzwallbau an der A9 eingesetzt.

2004: Einsatzmeldung: Freilaufender Braunbär in Estenfeld! Mit SEK der Polizei und Hubschrauber in der Luft, entpuppte sich am Ende als Hund (Bobteil) eines unsere Feuerwehrkameraden, welcher spazieren ging und durch eine besorgte Bürgerin verwechselt wurde.

Im Hochsommer erfolgte spontan die Umsiedlung der Kinder des Ferienspielplatzes nach einem Gewitter ins Gerätehaus, da der Übernachtungsplatz unter Wasser stand. Außerdem wurden die Kameraden zum Brand im Dachstuhl des Gasthauses „Zum Hirschen“ nach Schweißarbeiten gerufen.

2005: Die Feuerwehr nimmt am so genannten „Tag der Vereine“ teil, welcher in den folgenden Jahren zur festen Einrichtung wird. Wir wollen Schülern/ Jugendlichen unsere Arbeit näher bringen und tun dies durch Filme und aktive Vorführungen am Feuerwehrhaus.

Eine Großübung an der Tankstelle in Estenfeld wurde durchgeführt. Das Szenario: Explosion nach unachtsamer Betankung. Mehrere Verletzte und Brand. Hier arbeiteten wir mit dem Estenfelder Malteser Hilfsdienst Hand in Hand.

Im Hochsommer des gleichen Jahres wurden die Kameraden nach Lengfeld zum Reiterhof Mitnacht gerufen. Dort ist ein Blitz eingeschlagen und hat die Stallung mit 1000qm Strohballen in Brand gesetzt. 18 Stunden lange Löschmaßnahmen forderten die Kräfte.

Auch in diesem Jahr kam es zu einem dramatischen Unfall im Dorf, bei dem der Metzgermeister Knüpfing, bekannt durch die "geknickten" Bratwürste am Würzburger Markt, in seiner Estenfelder Hoffleischerei in einem Fettabscheider verunglückte und durch die Estenfelder Feuerwehr nur tot geborgen werden konnte. Zuvor war ein Unfallzeuge in den Schacht geklettert und ebenfalls darin verunglückt. Der Feuerwehrkamerad und zu dieser Zeit 1. Kommandant Alfred Herrmann kletterte hinunter und fixierte den verunglückten Unfallzeugen - so dass zumindest dieser noch lebend gerettet werden konnte.

Das 1974 bezogene Feuerwehrhaus war in die Tage kommen, weshalb in Eigenleistung Renovierungsarbeiten an den Toren und am Eingangstreppe zum Schulungsraum durchgeführt wurden.

2007: Der zu dieser Zeit amtierende 1. Kdt. Alfred Herrmann erhält von der bayerischen Regierung als Lebensretter (in Bezug auf den Einsatz von 2005) und für Besonderer Verdienste im Einsatzdienst das Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens

Der Festausschuss für das 140-jährige Stiftungsfest wird ernannt.

2009: Bei hochsommerlichen Temperaturen konnte 140-Jähriges Bestehen mit großem Zeltfest an der Mehrzweckhalle Weiße Mühle und Festzug durch den geschmückten Ort gefeiert werden. Es erfolgte auch die Anschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeugs (Florian Estenfeld 11/1), welcher im Rahmen des Festbetrieb geweiht wurde. Das alte MZF war durch den permanenten Nutzen deutlich in die Jahre gekommen und wurde ausgesondert.

2010: Im späten November stürzte auf der Autobahnbrücke Kürnachtal eine Tiertransport-LKW im Schneetreiben um. Die Zugmaschine legte sich quer über beide Fahrspuren, mittig in der Brücke, wobei der Fahrer schwer verletzt wurde. Der Anhänger kippte ebenfalls zu Seite. Im LKW befanden sich 100 lebende Zuchtschweine, auf dem Weg zum Schlachthof. Einige konnten sich durch den geborstenen LKW-Anhänger selbst befreien und liefen frei auf der Autobahn umher. Neun Stunden dauerte es, alle Schweine zu fangen und die restlichen aus dem Auflieger mit schwerem Gerät zu bergen. Teilweise mussten die Schwein vor Ort von einem Veterinär von deren Leiden erlöst werden.

2011: Am Dreikönigstag verwandelte sich das Ortsgebiet durch Blitzeis ins eine große Eisfläche. Etliche Verkehrsunfälle mussten abgearbeitet werden.

Im April wurden die Kameraden wieder nach Lengfeld zum Reitstall Mitnacht gerufen. Diesmal stand die Stallung und die Reithalle in Flammen. Der Einsatz zog sich über mehrere Stunden.

Im Juni zog ein Unwetter über den Ort uns lies 18 Keller mit Wasser volllaufen. Auch zahlreiche Bäume stürzten um.

2012: Am 6.11. wurde der Beschluss bekannt gegeben, dass die Regierung der Beschaffung eines neuen Löschfahrzeugs zugestimmt hatte.

Im Gleichen Jahr wurde von Konrad Hasch das Logo der Feuerwehr Estenfeld entwickelt.
Es zeigt einen der drei gekrönten Löwenkopfe aus dem Ortswappen, aus dessen Hinterkopf der zweizeilige Schriftzug Feuerwehr Estenfeld entspringt. Fuß des Logos steht der Leitspruch der Feuerwehr Estenfeld: "Wir schützen Estenfeld. Seit 1869.".

2013: Am 8.1. wurden die Kameraden Nachts in das benachbarte Industriegebiet nach Kürnach gerufen. Ein mit Fluorwasserstoffsäure befülltet IPC wurde durch einen Gabelstapler beschädigt. Es resultierte ein aufwändiger Gefahrguteinsatz daraus. In Folge dessen wurden in Estenfeld vermehrt CSA-Träger ausgebildet, um die bestehende Gruppe personell zu erweitern.

Ein Großbrand rief die Kameraden am 27.8. mehr als 52 Stunden in den Einsatz. Auf dem Mühlberg in Estenfeld war durch Brandstiftung ein Strohlager des Reitstalls Mitnacht in Brand geraten. Das Fahrsilo hatte 600 Strohquader geladen. Die Rauchwolke zog bis in die Innenstadt nach Würzburg - so dass in der Semmelstraße noch der Brandgeruch wahrgenommen werden konnte und mehrere Brandmeldeanlagen im Stadtteil Lengfeld die Berufsfeuerwehr auf trapp hielt. Um effiziente Löschwirkungen zu erzielen, wurde mit Radladern und händisch mit Hacken die brennenden Strohquader aus dem Silo gezogen, auf dem angrenzenden Acker auseinandergezogen und abgelöscht. Für die Feuerwehr war das seit Jahren ein Einsatz, der logistisch und einsatztaktisch, personell und materiell extrem viel abverlangte.

Am 30.9. kippte ein mit lebenden Schweinen beladener Transporter im Kreisverkehr zwischen Estenfeld und Kürnach um.

2014: Nach langer Planung erfolgte die Anschaffung eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs (Florian Estenfeld 40/1) anstelle des Tanklöschfahrzeugs (Florian Estenfeld 21/1), welches nach über 33 Jahren im Einsatzdienst altersbedingt ersatzbeschafft werden musste. Am 22. März wurden fuhren einige Kameraden nach Österreich in das Rosenbauer-Werk  in St. Leonding, um nach mehrtägiger Einweisung das Fahrzeug zu überführen. In diesem Zug wurde das Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahre 1994 in seiner Funkrufkennung in Florian Estenfeld 40/2 umbenannt.

Im selben Jahr fand auch die Anschaffung eines Logistik-LKWs (Florian Estenfeld 55/1) mit Hebebühne statt. Das Materialkonzept konnte in Folge dessen auf ein Modulsystem umfunktioniert werden. Sondereinsatzmittel, wie bspw. ein Be- und Entlüftungsgerät, große Tauch- und Saugpumpen, Ölschlägel für Gewässer, etc., sind auf Paletten und in Gitterboxen in einem Hochregal „geparkt“ und werden je nach Einsatzbedarf mittels elektronischem Hubwagen entnommen und mit dem GW-Log-1 zur Einsatzstelle gebracht.

Im Rahmen einer 145-Jahr-Feier der Feuerwehr Estenfeld wurden beide Fahrzeuge geweiht und den Kommandanten Herrmann und Hasch übergeben.

2015: Erstmals erfolgte die Anschaffung eines Kommandowagens (Florian Estenfeld 10/1). Somit umfasste der Fuhrpark der Feuerwehr Estenfeld sechs Feuerwehreinsatzfahrzeuge.

Einsatzmäßig stachen die Brandeinsätze hervor. 16 mal wurden die Wehrleute zu Feuern gerufen. Es brannten in Estenfeld zwei Wohnungen, im Nachbarort Kürnach ebenfalls und in den Estenfelder Fluren mehrere Wiesen und Felder. So waren am 7.7. die Kameraden mit dem Modul der 1000m langen Schlauchstrecke zur überörtlichen Hilfe in Hausen bei einem Strohhaufenbrand im Einsatz.  Dies lag daran, dass der Sommer 2015 sehr heiß und trocken war. Insgesamt wurden die Estenfeld Feuerwehrleute 116-mal zur Hilfe am Nächsten gerufen.

2016: Die Bundesregierung beschloss den analogen BOS-Funk abzuschaffen und auf Digitalfunk umzustellen. Dies sollte bereits zur Fussball-Weltmeisterschaft im eigenen Land 2006 vollzogen sein. Am 21. Januar 2016, 10 Jahre später,  schalteten die Kameraden die ersten Digitalfunkgeräte in Estenfeld ein. Seither findet der Sprechfunk in digital und die Alarmierung über Sirene und FME weiterhin analog statt. Das Umstellen der Alarmierung ist für die nächsten Jahre geplant. 

Am 30.4. sollte traditionsbewusst, wie all die Jahre zu vor, der Maibaum am Rathausplatz mit Muskelkraft und Holzstangen gestellt werden. Kurz bevor durch die Kameraden der Baum in seiner Endposition gebracht war, drehte sich die Verankerung im Boden in welcher der Baumstamm sahs. Dadurch konnte der Baum nicht mehr gehalten werden. Nach einer 180° Drehung stürzte die geschmückte 20 m hohe Birke aus beinah voller Höhe auf die mit Zuschauern belebte Kreuzung – glücklicherweise wurde bei diesem Vorfall niemand ernsthaft verletzt. Den Vorfall zum Anlass genommen, wurde entschieden, das händische Aufrichten zukünftig nicht mehr durchzuführen.

Am 1. August 2016 begannen in der 145-jährigen Geschichte der Feuerwehr Estenfeld die Baumaßnahmen für das  erste eigenständige Feuerwehrgerätehaus in der Würzburger Straße. Bisher war die Feuerwehr mit ihrem Gerätehaus immer in Gebäudekomplexen angegliedert – nach der Gründung erst in einer Scheune neben dem Rathaus  der alten Gemeindeschäferei und seit 1974 unter der Schulturnhalle der Grund- und Mittelschule untergebracht. Der Schritt zum Neubau zog sich über 20 Jahre hin. Erst ein "Brandbrief" der Kommandanten Alfred Herrmann und Konrad Hasch vom 22.7.2014 an die Gemeindeverwaltung brachte den Stein endgültig ins Rollen, so dass der damalige Gemeinderat der Gemeinde Estenfeld sich endlich für den dringend benötigten Neubau entschied.

Am 5.9. wurden wir auf die Baustelle des Feuerwehrneubaus gerufen. Ein Bagger hatte dort bei den ersten Aushubarbeiten eine Gasleitung angebaggert. Am 30. September erfolgte dann er offizielle Spatenstich.

2017: Die Jugendfeuerwehr führe am 14.1.2017 das erste Mal eine Weihnachtsbaumsammlung im Ort durch. An den Christbäumen, welche abgeschmückt auf die Straße gestellt wurden, waren vom ehemaligen Besitzer kleine Spenden befestigt, was der Jugendkasse zugeführt wurde. Am Feuerwehrhaus wurden die Bäume gesammelt, kleingeschnitten und anschließend am Kompostierwerk entsorgt. Die Sammlung war ein voller Erfolg – weshalb entschieden wurde, auch zukünftig am ersten Samstag nach Hl. Drei König eine Weihnachtsbaumsammlung zu organisieren.

Während in Estenfeld die Sonne schien, zog am 9. März nur fünf Kilometer weiter ein Tornado am 9.3. über Kürnach. Mehr als 80 Dächer wurden abgedeckt und zahlreiche Bäume entwurzelt. Als Nachbarwehr waren wir mit fast allen Fahrzeugen und etlichen Kameraden aber der ersten Alarmierung vor Ort. Im Verlauf wurde der Katastrophenfall durch den Landrat ausgerufen.

Am 7.10.2017 wurde das neue Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben. Mit einem Festzug zogen die Kameraden samt Fahrzeugkonvoi durch alle vorhandenen Kutschen und Fahrzeuge unter Marschmusik vom Gerätehaus in der St.-Mauritius-Straße entlang der Oberen Ritterstraße in die Würzburger Straße. Dort wurde das Einweihungsfest gefeiert.

2018: sollte das bisher Einsatzreichste Jahr in der Geschichte der Estenfelder Wehr geben. 136-mal rückten die Kameraden aus!

Wie bereits 1987 wurden die Kameraden in den frühen Morgenstunden vom 20.2.2018 zu einem Brand der Scheune in der historischen Kartause Engelgarten gerufen. Neben dem Einsatz der Estenfelder Wehr mit 40 Mann und sechs Fahrzeugen wurde auch hier wieder die Unterstützung durch die Freiwilligen Wehren aus Mühlhausen, Kürnach, Unterpleichfeld sowie durch Kräfte der Berufsfeuerwehr Würzburg angefordert. Nach 10 Stunden war der Einsatz beendet, jedoch hatte man noch einige Stunden Arbeit vor sich, um das eingesetzte Material zu säubern und die Fahrzeuge wieder zu bestücken.

Der Brand in der Kartause war Beginn einer Brandserie, die den Estenfelder Bürger besorgniserregende und den Kameraden einsatzreiche Wochen bescherte. So folgten am 4.3.2018 eine Scheunenbrand in der Oberen Ritterstraße, am 22.3.2018 ein Gartenhaus was vollständig abbrannte sowie am 2.4.2018 ein Holzlager jeweils „Am Brühl“ und am 3.4.2018 erneut ein in Vollbrand stehendes Gartenhaus in der Lengfelder Straße. All diese 5 Brände wurden nach Polizeiangaben Vorsätzlich gelegt. Eine umfangreiche Ermittlung mit Bürgerbefragung durch eine Hunderterschaft der Bereitschaftspolizei und Patrouillen über Tage hin weg von mehrere Streifenwagen im Ort, Zeitungsartikel und Fernsehbeiträge führten letztlich zu einen Erfolg. So konnte ein noch nicht lange in Estenfeld aktiver 22-jähriger Feuerwehrkamerad überführt werden. Nach der Verhandlung wurde er zu 4 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Erstmals fand auch das Maifest vom 30.4. - 1.5.2018 am neuen Gerätehaus statt. Nach der Festansprache am Rathaus unter dem geschmückten Baum (seit dem Maibaumsturz 2016 wird die Birke am Vortag durch eine Kran aufgerichtet), zog der Festzug nicht über die Schulstraße in die St.-Mauritiusstraße, sondern entlang der Oberen Ritterstraße an den neuen Standort in die Würzburger Straße. Die Bevölkerung nahm diese Veränderung hervorragend an und es konnten enorme Besucherzahlen gezählt werden. Die Vorbereitung stelle die Kameraden jedoch erstmal vor logistisches Neuland, da die Position der Verkaufsbuden und die sinnvolle Standverteilung innerhalb des Gerätehauses, aber auch die Position des Festzeltes auf dem Übungshof gründlich überlegt werden musste.

2019: Das Jubiläumsjahr zum 150-jährigen Bestehen der Feuerwehr Estenfeld. In diesem Zusammenhang wurde in künstlerischer Abwandlung das im Jahr 2012 entwickelte Logo der Feuerwehr Estenfeld mit den drei markantesten und damit wohl unverkennbarsten Gebäude für Estenfeld durch den Künstler erweitert: Der Turm der kath. Kirche St.-Mauritius, den Zinnengiebel der Weißen Mühle und das historische Tor der Kartause Engelgarten. Unterhalb des Silhouetten-Trios findet sich das bekannte Löwenkopf-Logo. Anlässlich des Jubiläums ist als Sonderdesign und nur für die Jubiläumsfeier in roten Ziffern die Zahl 150 überhalb des Wortes Feuerwehr und unterhalb des Zinngiebels und des Kartausentors eingefügt. Das Wort "Jahre" steht in weißer Schriftfarbe vertikalverlaufend in der Ziffer 0 der Zahl 150.

Erstmals in der Geschichte der Estenfelder Wehr wurde am 23.4.2019 eine Kinderfeuerwehr gegründet. Durch die Anpassung des Eintrittsalters im Bayerischen Feuerwehrgesetz konnten nun bereits Kinder ab 6 Jahren herangezogen werden. Man entschied sich jedoch für ein Eintrittsalter von 8 Jahren. So waren am ersten Übungnachmittag 17 Kinder gekommen. Mit diesem Schritt soll die Problematik des schwindenden Feuerwehrnachwuchs entgegen getreten werden. 

Ebenfalls konnte das Jubiläum der Patenschaft zwischen der Feuerwehr Hetzwege und Estenfeld gefeiert werden.

Am 8.11.2019 – 150 Jahre und zwei Tage nach der Gründung unserer Wehr wurde der Kommersabend in der Sportturnhalle der TSG „Auf der Höh“ gefeiert. Hier durften wieder zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften und verdiente Kameraden vollzogen werden. Außerdem durfte eine Delegation norddeutschen Kameraden aus Hetzwege begrüßt werden.

Da im Jahr 2019 der Großteil der derzeit 117 Feuerwehren im Landkreis Würzburg ihr Gründungsjubiläum feierten, war die Dichte der Feste enorm. Aus diesem Grund entschied der Verwaltungsrat das Jubiläumsfest der Estenfelder Wehr ein Jahr später auszutragen. Hierzu wurde, nach dem die Resonance der Kameraden zur Durchführung erfragt war, entschieden, dass Fest wieder mit großem Festzelt auf dem Festplatz neben der Weißen Mühle stattfinden zu lassen. Gleichtzeitig sollte das Maifest mit dem Feuerwehrfest verbunden werden, weshalb der Festtermin auf Donnerstag 30.4 bis Sonntag 3.5. gelegt wurde Ebenfalls neu war die Entscheidung auf den bisher klassischerweise am ersten Abend stattfindenen Beatabend zu verzichten und einen gemütlichen Abend mit Kaberettist zu veranstalten. Der angesagte mittelfränkische Künstler Michel Müller konnte gebucht werden und die 900 Karten war bereits 3 Monate vor dem Fest ausverkauft.

2020: Anfang März sprach die Bundesregierung unter Bundesknazlerin Angela Merkel i.V.m. der bayerischen Staatsregierung unter Ministerpräsident Markus Söder einen sog. Lockdown aus. Ursache war die hochansteckende Infektionskrankheit Sars-Covid-2 (ugs. Corona-Virus) welche sich weiltweit rasant ausbreitete und zur Pandemie erklärt wurde. In folge des Lockdowns war das täglich Leben stark eingeschränkt. Neben der Maskenpflicht wurden Kontaktbeschränkungen auf wenige Personen und Ausgangsperren verhängt. Für unser geplantes Jubiläumsfest bedeutete dies das Ende. Die gesamte Planung und Vorbereitung konnte abgebrochen werden. Das reservierte Festzelt wurde storniert und auch der Kaberettist Michel Müller sagte seinen Auftritt ab.

Doch nicht nur die gesamte Vereinsaktivität kam zum erliegen. Ebenso wurde der Ausbildungs- und Übungsbetrieb komplett eingestellt. Das Feuerwehrhaus durfte nur noch zu Einsätzen betreten werden. Dabei herrschte auch in den Fahrzeugen Maskenpflicht. Dennoch musste zu exakt 100 Einsätzen ausgerückt werden. Besonders hart traf Estenfeld ein Unwetter, welches am ... für 45 Einsatzstellen sorgte.

2021: Der seit einem Jahr verhängte Lockdown besteht weiterhin.

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Ausblick: Die Estenfelder Wehr steht nicht nur rund um die Uhr für Hilfeleistungen im Ortsbereich mit wachsendem Gewerbegebiet bereit, sondern ist auch noch für Unfälle und Fahrzeugbrände auf der B 19 (neu), also einem Autobahnzubringer sowie den Autobahnabschnitt von der Auffahrt Gramschatz bis zum Biebelrieder Kreuz zuständig. Weiterhin leistet sie wie jede andere Wehr auch bei größeren Schadensereignissen in den umliegenden Ortschaften Nachbarschaftshilfe.

Dieses Einsatzgebiet mit seinen unterschiedlichen Nutzungsformen bietet ein bereites Eisatzspektrum, für dessen Bewältigung die Feuerwehr nicht nur das dementsprechende Gerät zur Verfügung haben muss, sondern auch Feuerwehrdienstleisende, die durch ständige Aus- und Weiterbildung in der Lage sind, damit umzugehen und somit den steigenden Anforderungen gewachsen sind. Dies geschieht durch Standortschulungen am Abend bzw. an den Wochenenden bei den Freiwilligen Feuerwehren selber oder aber durch den Besuch von Lehrgängen an der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg. Das Beherrschen der Technik wird - neben den Einsätzen - regelmäßig durch das Ablegen von Leistungsprüfungen unter Beweis gestellt.

Neben diesen Aufgaben der Feuerwehr steht noch das Mitwirken im örtlichen Gesellschaftsleben: auf Festen, Prozessionen, aber auch als Sicherheitswache bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle. Tradition haben der mittlerweile 33. Faschingsball in der Weißen Mühle und das Maifest am Feuerwehrhaus.

Es gibt also nach wie vor jede Menge zu tun für die Feuerwehr umso erfreulicher ist die steigende Zahl besonders jüngerer Neuzugänge. Diesen Zuwachs brauchen wir, um auch zukünftig dem Wahlspruch der Feuerwehr gerecht werden zu können:

Gott zur Ehr´, dem Nächsten zur Wehr!

 

WICHTIGE NEUIGKEITEN rund um das Event:



Alles was ihr Wissen müsst, rund um unser Jubiläum, findet ihr hier!

Den übersichtlichen Jahres(ausbildungs)plan mit allen Termine als PDF hier öffnen und downloaden.

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